Die slowenische Dirigentin Živa Ploj Peršuh leitete im Wiener Musikverein ein Konzert des Orchesters Wiener Concert-Verein, mit dem das Ensemble die diesjährige Konzertsaison offiziell abschloss. Das Programm war als Synergie selten aufgeführter Werke der Musikgeschichte und zeitgenössischer Kompositionen konzipiert.
Als Solist trat der österreichische Pianist Philipp Scheucherauf; im ersten Teil gesellte sich dem Orchester zudem ein Posaunenquartett hinzu, bestehend aus Otmar Gaiswinkler, Matthias Reindl, Jonathan Helm und Dominik Schnaitt.
Eine Uraufführung und zeitgenössische Werke auf dem Programm
Mittelpunkt des ersten Konzertteils war die Uraufführung des Werks Beltane – helles Feuer, Konzert für Klavier und Streichorchester, der zeitgenössischen österreichischen Komponistin Johanna Doderer. Die Aufführung der Novität stieß beim Publikum und bei den Abonnenten auf sehr positive Resonanz. Die Orchesterleitung hob nach dem Konzert den Brief eines langjährigen Abonnenten hervor, der schrieb:
„Herzlichen Dank für das wunderbare Konzert. Zum ersten Mal war ausgerechnet die Uraufführung der absolute Höhepunkt des Abends. Noch nie habe ich ein so gewichtiges und strukturell spannungsreiches Werk gehört, das den Zuhörer ständig in Erwartung hält. Bitte nehmen Sie mehr Werke von Frau Doderer ins Programm. Besonders hervorheben möchte ich auch, dass wir die einführenden Werkpräsentationen sehr schätzen, da sie uns neue Erkenntnisse und Einblicke in die Welt der Musik vermitteln.“
Neben dem Werk von Johanna Doderer führte das Orchester im ersten Teil außerdem Concertino für Posaunenquartett und Orchester des niederländischen Komponisten Jan Koetsier auf.
Der Ausklang des Abends
Der zweite Teil des Konzertabends war dem Streicherrepertoire der Spätromantik gewidmet. Unter der Leitung von Živa Ploj Peršuh spielte das Orchester zunächst die Serenade für Streicher der venezolanischen Komponistin Teresa Carreño; den offiziellen Abschluss des Programms bildete die Interpretation der Serenade für Streicher E-Dur, op. 22von Antonín Dvořák.
Nach dem offiziellen Programm folgten zwei Zugaben. Der Pianist Philipp Scheucher spielte die Ballade Nr. 2 h-Moll von Franz Liszt, und das Orchester unter der Leitung der slowenischen Dirigentin beschloss den Abend mit einer Wiederholung des Finalsatzes aus Teresa Carreños Streicherserenade.
Die Leitung des Wiener Concert-Verein dankte nach der Veranstaltung öffentlich dem gesamten technischen Team, dem Personal des Musikvereins, den Solisten, der Komponistin sowie der Dirigentin Živa Ploj Peršuh für die fachkundige Aufführung und Interpretation eines programmatisch anspruchsvollen Konzertabends.

